Das Alte Gefängnis ist ein historischer Gebäudekomplex an der Oberen Domberggasse 16 in der Altstadt von Freising.

Geschichte

Stich von C. Sarron 1724

Das Gefängnis in Freising war ursprünglich im Erdgeschoss des alten Rathauses untergebracht. 1663 wurde das „Oswald-Huberische Haus“ an der Moosach mit der eingefallenen „Domstifts-Kaplaney“ durch das Hochstift Freising angekauft und darauf eine „Eisenfrohnveste“ errichtet, die dann als Stadt- und Pflegegericht diente. Im Verlauf der Zauberbubenprozesse   (ein erster Prozess fand zwischen 1715 und 1717, ein zweiter zwischen 1721 und 1723 statt) wurde der später als „Hexenturm“ bezeichnete Gefängnisturm errichtet. Nach der Säkularisation des Hochstiftes Freising im Jahr 1802 diente der Komplex der churfürstlich-baierischen Verwaltung als Gerichtsgebäude. 1840 wurden ein dreigeschossiger Zellenbau und eine sechs Meter hohe Einfriedungsmauer hinzugefügt. 1881 erfolgte ein Neubau des Gerichtsgebäudes am Unteren Graben. Der Zellentrakt des alten Gerichtsgebäudes wurde aber weiterhin als Gerichtsgefängnis bis 1. Oktober 1965 benutzt. Seitdem stand das Gebäude leer und verkam zumindest in seinem Inneren zur Ruine. 1982 wurde der Zellenbau an der Ostseite abgerissen.

Mit der Gründung des Fördervereins "Altes Gefängnis Freising e. V." 2005 begann die Renovierung. Schon 2007 konnte im Erdgeschoss das heute so beliebte Weinlokal eröffnet werden und wenig später startete der Ausstellungsbetrieb in der ehemaligen Wohnung des Gefängnisdirektors im 1. Obergeschoss. Hier ist nun auch der Zugang zum Gefängnismuseum, das  im 2. Obergeschoss und im sog. Hexenturm untergebracht ist.

 

2007 wurden Teile des Films Räuber Kneißl von Marcus H. Rosenmüller u.a. im Innenhof des Alten Gefängnisses gedreht.